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Der Rundfunkbeitrag-Rodeo

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KW 19 Rundfunkbeitrag-Mehreinnahmen

Seit der Rundfunkbeitrag nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt abgerechnet wird, sind die Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten deutlich angestiegen. Was für Konsequenzen ergeben sich daraus?

Beitragssenkungen als erste Reaktion

Zum 1. April fand bereits eine erste Senkung des Beitrags um 48 Cent auf 17,50/Monat statt. Nachdem die Mehreinnahmen Hochrechnungen zufolge bis zum Jahr 2016 rund 1,5 Milliarden Euro (bisher war man von 1,2 Milliarden Euro ausgegangen) betragen werden, könnte der Beitrag sogar nochmals sinken. Malu Dreyer, Chefin der Länder-Rundfunkkommission, hat angekündigt, dass der Beitrag zunächst bis 2020 so stabil wie möglich gehalten werden soll. Wenn sich zudem ein Spielraum für eine weitere Beitragssenkung ergeben sollte, würde Sie das sehr begrüßen.

Werbereduzierung bei den öffentlich-rechtlichen – eine Option?

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk, Felix Kovac, sieht durch die höheren Mehreinnahmen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern genügend ökonomischen Spielraum für eine Werbereduzierung. Er fordert, bundesweit das „NDR-Modell“ einzuführen und so Wettbewerbsverzerrungen einzudämmen und Chancengleichheit zu garantieren.

Beim NDR-Modell stehen den Landesfunkanstalten für ihr tägliches Programm nur noch 60 Minuten Werbezeit statt bisher 128 Minuten zur Verfügung. Den qualitativen Ansprüchen der Hörer könne man trotzdem noch gerecht werden und auch die Nettoreichweiten der Sender würden keinen Schaden nehmen, argumentiert Kovac.

Die Werbegesellschaften der ARD hingegen erläutern, dass die Werbeeinnahmen ein bedeutender Teil der Rundfunkfinanzierung sind und die Beitragszahler entlasten würden. Denn Werbe- und auch Sponsoring-Erlöse bieten dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein gewisses Maß an Flexibilität und sichern die Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem sorge Werbung als wichtiger Bestandteil der Marktwirtschaft für Markttransparenz. Ein weiterer wichtiger Faktor sei, dass man ohne Werbung in den qualitativ hochwertigen und seriösen öffentlich-rechtlichen Sendern einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr erreichen würde, und dass das Radio somit generell als Werbemedium an Bedeutung verlieren würde. Werbung gehört daher nach Ansicht der ARD/ZDF zu einem ausgewogenen Vollprogramm.

Und wie geht es jetzt weiter?

Eine wirkliche Lösung ist noch nicht in Sicht. Und zumindest aus Sicht der öffentlich-rechtlichen ist die auch erst einmal nicht nötig. Denn bisher haben die Sender noch garkeinen Zugriff auf die Mehreinnahmen.

Die Sender haben vorerst nur das Geld zur Verfügung, was Ihnen für die Beitragsperiode 2013 bis 2016 zugesprochen wurde. Die Mehreinnahmen liegen bis dahin auf sogenannten Sperrkonten und dienen zunächst als finanzieller Puffer.

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Autor: P&P Marketing-Assistenz

Die PraktikantInnen der P&P Studios Audio-Agentur unterstützen unser Unternehmen tatkräftig – nicht nur in den Bereichen der Blog-Redaktion und im Social-Media-Marketing, sondern auch beim Spotversand und der Kommunikation mit den Kunden und Sendern. Hier auf dem P&P-Blog berichten sie über neue Entdeckungen aus der Audio- und Radiowelt.

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