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Spielzeug-Lärm: Warum Krach für Kinder wichtig ist

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Spielzeug-Lärm: Warum Krach für Kinder wichtig ist„Warum müssen Kinder immer Krach machen?“ – eine berechtigte Frage, aber eigentlich nicht richtig formuliert: „Warum wollen Kinder eigentlich Krach machen?“, müsste es hier heißen. Verständnis statt Vorurteile (die man spätestens dann überwindet, wenn man selbst Kinder hat). Weshalb Lärm im Kinderzimmer wichtig ist, lesen Sie in unserem neuen Beitrag.

Zuerst hören, dann sehen wir

Stimmen, Geräusche und Musik sind für die frühkindliche Entwicklung von großer Bedeutung. Akustische Signale, wie die Stimmen der Eltern, können von Kindern bereits im Mutterleib wahrgenommen werden – schon hier beginnt also die emotionale Bindung der Kinder an ihre Eltern.

Diese frühe Entwicklung des Gehörs spielt eine entscheidende Rolle bei der Sprachentwicklung jedes Kindes, das auf akustische Reize reagiert, weit bevor der Sehsinn voll entwickelt ist.

Und noch weit bevor das erste klar artikulierte Wort zu hören ist, können Kinder mit den Händen Dinge berühren, befühlen, sie benutzen um sich Gehör zu verschaffen (abgesehen natürlich von der eigentlichen Stimme).

Kinder sind neugierig und wollen alles in ihrer direkten Umgebung erkunden – deshalb sollte man Geräusche und musikalische Elemente gezielt zur frühkindlichen Erziehung einsetzen.

Lärm ist nicht gleich Lärm

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Lärm nur dann stört, wenn man nicht selbst der Urheber ist? Schön zu beobachten bei verschiedenen Werkzeugen (Bohrmaschinen, Presslufthammer, Schleifmaschinen) oder auch bei Küchengeräten (Mixer, Pürierstab).

Wenn man selbst gerade am Werkeln ist, sind die oft lauten Geräusche nur eine Konsequenz der gerade verrichteten Arbeit und somit notwendig, wenn nicht sogar motivierend.

Laute Geräusche können uns ein Gefühl von Effizienz vermitteln: Ich bohre ein Loch in die Wand, das ist zwar laut, aber ich komme voran. Ich zerkleinere Nüsse mit meinem Mixer, was zwar viel Krach macht, aber das Ergebnis sind gehackte Nüsse.

Die Welt mit allen Sinnen erkunden

Ähnlich verhält es sich bei Kindern, die den Lärm nicht als störend empfinden, sondern als Folge dessen, was sie in ihrer Umgebung sehen, berühren und ausprobieren.

Geräusche sind also eine Form verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten (wovon alle Eltern sicher berichten können), die man gezielt fördern kann. Eines der ältesten Kinderspielzeuge in diesem Bereich sind wohl Rasseln, die sich in der heutigen Zeit in vielfältiger, teils abgewandelter Form in den Kinderzimmern wiederfinden.

Mittlerweile gibt es allerdings auch eine Vielzahl weiterer Spielzeuge, die akustische und auch musikalische Elemente beinhalten.

Wichtig hierbei ist, dass die Lautstärke der Geräusche nicht über den Bereich von 80-85 Dezibel hinausgeht, um dem Gehör der Kinder nicht zu schaden.

Außerdem sollten die akustischen Reize „pädagogisch wertvoll“ sein. Was das genau heißen soll, lässt sich an einfachen Beispielen erklären: Sie kennen sicher Spielzeuge wie Plüsch-Teddybären, die man auf den Kopf stellen kann und die beim Umdrehen eine Art Brummen von sich geben.

Das spezifische Geräusch, das dem Tier auch in der Realität zugeordnet werden kann, sollte also immer passend sein. Der Bär brummt, die Katze macht „Miau“, der Hund macht „Wuff“. So lernen Kinder spielerisch, verschiedene akustische Reize zuzuordnen und ihrem direkten Umfeld zuzuordnen. Beim Krähen eines Hahnes sollte auch immer ein Hahn abgebildet sein und keine Henne.

„Hör auf, das stört!“

Wenn wir es uns eingestehen, haben wir alle immer noch das Kind in uns, das gerne alles ausprobiert, was Geräusche erzeugt. Aber wie bei so vielem sind es die Normen und Verhaltensregeln, die wir uns für das soziale Miteinander antrainiert haben um nicht anzuecken, die uns davon abhalten, unnötig laute Geräusche zu machen.

Vielleicht auch ein Grund, warum während WMs und EMs so fleißig Vuvuzelas, Ratschen und diverse andere Krachmacher zum Einsatz kommen? Wer weiß…

Fakt ist, dass es befreiend sein kann, auch mal Lärm zu machen, laut zu singen, klatschen oder auf etwas herum zu trommeln. Solange sich die Nachbarn nicht beschweren, natürlich.

Und was hat das mit Sounddesign zu tun?

Ob wir bestimmte Geräusche als angenehm oder unangenehm empfinden hängt von den Erfahrungen ab, die wir mit ihnen verknüpfen. Positiv konnotierte Klänge, die uns oft schon im Kindesalter zum ersten Mal begegnet sind, werden in der Werbung gezielt eingesetzt, um unsere Emotionen zu beeinflussen. Gutes Sounddesign bedient sich nur der Geräusche und Klänge, die für den Hörer klar erkennbar sind und im ganz eigenen Kopfkino das gewünschte Bild erzeugen.

Der Gehörsinn und alle damit verbundenen aktiven und passiven Erfahrungen prägen uns also von klein auf. Umso wichtiger, dass gerade kleinen Kindern Raum zum Ausprobieren und Forschen mit Geäuschen gewährt wird.

Professionelles Sounddesign von der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg

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Autor: Lisa Sendelbeck

Seit Oktober 2016 unterstütze ich das Team der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg als Produzentin im Bereich Radiowerbung, Sounddesign und Audiomarketing. Auf dem Blog der P&P Studios berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen in der Audio-Welt und präsentiere neue Entdeckungen.

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