P&P Studios Blog

Ohrwurm-Gefahr: Warum manche Songs im Kopf bleiben

Hinterlasse einen Kommentar

Ohrwurm-Gefahr: Warum manche Songs im Kopf bleibenManchmal funktioniert mein Hirn wie eine Jukebox: Jemand summt oder singt eine Melodie, ich höre nur kurz einen Song im Radio oder einen bestimmten Handy-Klingelton und schon windet sich ein neuer Ohrwurm in meinem Gehörgang, den ich oft tagelang nicht loswerde. Hierzu gehört natürlich auch, den Song sofort nach dem Aufwachen im Ohr zu haben oder ihn unterbewusst im Takt des Tastatur-Geklappers beim Schreiben im Kopf zu „singen“. Doch warum bleiben uns manche Melodien so hartnäckig im Kopf?

Ohrwurm-Anfällig?

Vielleicht finden sich einige von Ihnen bei der obigen Beschreibung schon eins zu eins wieder. Ich bin mit dieser „Ohrwurm-Anfälligkeit“ sicher nicht alleine.

Warum sich manche Songs so hartnäckig in unseren Köpfen einnisten haben Wissenschaftler der Durham University in Großbritannien nun herausgefunden. Es ist nicht so, dass Songs rein zufällig im Kopf bleiben und gibt es hier jeweils Parallelen.

Wissenschaftlich messen lässt sich der Ohrwurm-Effekt leider nicht, aber gewissen Merkmale, die Ohrwurm-Songs gemeinsam haben, konnten ermittelt werden. Was ein Lied zum „sticky song“ macht, habe ich im Folgenden zusammengefasst.

Simpel muss es sein

Wir alle kennen Kinderlieder: Sie sing eingängig, haben einfache Melodien und von daher können auch die Kleinen sie leicht nachsingen. Ein klassisches Merkmal von Ohrwurm-Melodien, denn sie besitzen in jedem Fall eine gewisse Einfachheit.

Das soll natürlich nicht heißen, dass das etwas Schlechtes ist. Oft sind es doch die einfachen, kleinen Dinge die gerade wegen ihrer Schlichtheit so genial sind. Aber natürlich setzt sich eine mehrstimmige Oper nicht so leicht hinterm Trommelfell fest wie „Hänschen klein“.

Die immerwährende Wiederkehr

Es ist hier wie mit dem Refrain: Was sich oft wiederholt, bleibt leichter im Gedächtnis. Ohrwürmer besitzen deswegen immer wiederkehrende Elemente, die das Hirn quasi vorauseilend reproduziert und die man auch kurz nach dem Aufwachen oder im Bierzelt schunkelnd leicht wiedergeben kann.

Wenn es ein echter Chartstürmer ist, wird der Song auch dementsprechend oft im Radio oder TV zu hören sein, was die Wirkung noch verstärkt.

Rhythmus und Tempo

Rhythmische Songs regen zur Bewegung an, man wippt mit dem Fuß im Takt oder trommelt mit den Fingern mit. Wenn Tempo und Rhythmus anregend sind, wirkt das stimulierend auf unsere Hirnzellen, sicher auch Faktoren, die einen Ohrwurm begünstigen.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Partysong „Macarena“ von Los del Rio aus dem Jahr 1993. Das Lied wurde vor allem durch den dazugehörigen Modetanz bekannt, den man in einer beliebig großen Gruppe ausführen kann und der aus verschiedenen nacheinander folgenden Bewegungen besteht.

Neben dem Rhythmus und der Melodie können es also noch andere Faktoren wie dazugehörige Bewegungen sein, die ein Lied einprägsam machen. Ähnlich aufgebaut ist der „Las Ketchup Song“ aus dem Jahr 2002 – der Tanz zum Lied war fast zehn Jahre nach Macarena zwar nicht ganz so in Mode, aber dennoch angesagt.

Spontan muss ich hier außerdem noch an den Ententanz oder das Fliegerlied denken, aber die spielen wieder in einer ganz anderen Liga (zu Fasching trotzdem immer noch der Hit, oder?).

Worte, Worte, Worte

Nicht zuletzt ist es auch der Text, der in Verbindung mit der Melodie, Rhythmus und der Geschwindigkeit dafür sorgt, dass wir einen Song immer im Ohr haben. Selten sind Instrumental-Songs so richtige Ohrwürmer – Text ist hier also ein entscheidender Faktor.

Hierbei ist es in manchen Fällen nicht mal unbedingt notwendig, den Text immer einwandfrei zu verstehen. Der Song „Dragostea din teï“ der moldauischen Pop-Gruppe O-Zone beispielsweise hielt sich im Jahr 2004 ganze 14 Wochen auf Platz 1 in Deutschland (auch wenn bestimmt niemand der begeisterten Chart-Fans wusste, dass der Song-Titel übersetzt „Liebe im Lindenbaum“ heißt).

Ein äußerst erfolgreiches Instrumentalstück mit Ohrwurm-Garantie ist allen Star Wars Fans bestens bekannt: Den Klassiker „La Cantina“ gibt es sogar als Dauerschleifen-Video mit einer Länge von 9 Stunden, 59 Minuten und ganzen 59 Sekunden.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem Ohrwurm! 🙂

Professionelle Audio-Produkte von der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg

Advertisements

Autor: Lisa Sendelbeck

Seit Oktober 2016 unterstütze ich das Team der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg als Produzentin im Bereich Radiowerbung, Sounddesign und Audiomarketing. Auf dem Blog der P&P Studios berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen in der Audio-Welt und präsentiere neue Entdeckungen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.