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Wie Dialekte unsere Wahrnehmung prägen

Wie Dialekte unsere Wahrnehmung prägenDeutschsprachige Regionen unterscheiden sich nicht nur kulturell, sondern auch sprachlich. Fast jede Region hat einen eigenen Dialekt – manchmal wird nur 30 Kilometer weiter schon ein anderer gesprochen. Die eigene Mundart anzuwenden und zu verstehen ist für uns ein Kinderspiel: Wir sind damit aufgewachsen und empfinden sie als normal. Aber wie wirkt der eigene Dialekt auf andere?

Manchmal haben wir bei den P&P Studios Kunden, die ihre Werbebotschaften mit einem bestimmten Dialekt sprechen lassen möchten. Gründe dafür sind oft eine regionale Zielgruppe oder der Wunsch, der Hörerschaft regionale Verbundenheit zu vermitteln.

Auch prominente Stimmen hört man in der Werbung immer wieder. Oftmals handelt es sich dabei gar nicht um den echten Prominenten, sondern natürlich um einen Stimmenimitator. Einige Sprecher haben sich komplett auf das Imitieren von berühmten Persönlichkeiten spezialisiert. Ein bekanntes Beispiel ist Matze Knop, der nicht nur sprachlich immer wieder sein Talent für die Nachahmung berühmter Fußballer oder Trainer beweist.

Lecker, lecker, lecker, lecker

Wenn man an Dialekte in der Werbung denkt, kommen einem sicherlich die Spots eines Müsli-Herstellers in den Sinn. So richtig bekannt geworden ist dieser tatsächlich über die sehr schwäbisch gesprochene Werbung mit den einfachen Texten. Wobei „einfach“ wirklich nur für die Texte gilt: Die Spots werden zwar deutschlandweit ausgestrahlt, aber verstanden werden sie aufgrund des starken Dialekts in vielen Regionen nicht oder zumindest erst nach mehrmaligem Hören.

Ist die Müsli-Werbung also ein schlechtes Beispiel für den Einsatz von Dialekten? Nicht unbedingt. Für viele wirken die unprofessionell anmutenden Spots sympathisch und echt. Und selbst wenn man sie nervig und plump findet: Es wird darüber geredet und sie bleiben im Gedächtnis. Werbetechnisch kann ein Dialekt demnach helfen, die Bekanntheit einer Marke oder eines Produktes zu steigern.

Kein Hochdeutsch = wenig Bildung?

Mundart gilt als veraltet und ländlich. In Deutschland wird das Sprechen von Dialekten deshalb oft als unprofessionell angesehen. Gerade bei Berufen, die überregionale Kommunikation erfordern, ist Hochdeutsch aber auch ganz einfach für die Verständigung der verschiedenen Parteien unerlässlich. Bereits in der Schule  wird deshalb großer Wert darauf gelegt, dass Hochdeutsch gelernt und auch gesprochen wird.

Dabei wirkt eine gesprochene Mundart laut Umfragen nicht nur sympathisch, sondern fördert auch die Sprachbegabung: Forscher haben herausgefunden, dass Kinder, die Dialekt und Hochdeutsch sprechen, leichter andere Sprachen lernen und weniger Rechtschreibfehler machen. Im Prinzip ist es also umgekehrt: Ein Dialekt kann bildungstechnisch sogar Vorteile bringen.

Beliebte und unbeliebte Dialekte

Laut einer Studie sind es die südlichen und nördlichen Teile Deutschlands, die das beste Ansehen genießen. Bayerisch und Norddeutsch landen bei Umfragen regelmäßig auf den ersten Plätzen. Hinten liegt meistens sächsisch. Diesen Umstand habe das Bundesland dem schlechten Ruf der DDR zu verdanken, so Sprachforscher. Die Sprache würden viele noch immer mit den Politikern von früher verbinden.

Ein Produkt – viele Wörter

In Deutschland gibt es unzählige verschiedene Dialekte. Unzählig schon allein deshalb, weil sich die Dialekte kontinuierlich verändern, sie verschmelzen oder teilen sich mit der Zeit neu auf. Auch wenn viele Deutsche behaupten, keinen Dialekt zu sprechen, so lässt sich die Heimat jedes einzelnen mittels Sprachforschung doch relativ genau ermitteln.

Denken Sie nur mal an das Wort Brötchen: In Bayern nennt niemand seine Semmel so. In Berlin bevorzugen die echten Hauptstädtler das Wort Schrippe. Und in Baden-Württemberg heißt es Weck. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das Endstück des Brotes: Allein hierfür gibt es deutschlandweit über 200 verschiedene Bezeichnungen.

Falls Sie nicht glauben, dass auch Sie anhand Ihres Sprachgebrauchs lokal zugeordnet werden können, machen Sie doch mal den Selbsttest. Spiegel Online hat zusammen mit dem Tages-Anzeiger und Entwicklern der „Dialäkt-App“ einen Sprachatlas erarbeitet. Laut eigenen Angaben sollte der sich aus den Ergebnissen der Fragen ergebende Ort maximal 50 Kilometer von Ihrem Heimatort entfernt sein.

Professionelle Audio-Produkte von der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg

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Autor: P&P Marketing-Assistenz

Die PraktikantInnen der P&P Studios Audio-Agentur unterstützen unser Unternehmen tatkräftig – nicht nur in den Bereichen der Blog-Redaktion und im Social-Media-Marketing, sondern auch beim Spotversand und der Kommunikation mit den Kunden und Sendern. Hier auf dem P&P-Blog berichten sie über neue Entdeckungen aus der Audio- und Radiowelt.

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