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Vinyl, Meine Reise in die Vergangenheit Part 3: Totgeglaubte leben länger

Vinyl, Meine Reise in die Vergangenheit Part 3: Totgeglaubte leben längerIm heutigen dritten und somit letzten Teil der Reihe „Vinyl, Meine Reise in die Vergangenheit“ widme ich mich ganz der Wiederauferstehung der Platte, in der heutigen von digitalen Medien dominierten Zeit. Ich lasse diesmal die Produktionsfirmen- und Industrie etwas außen vor. Diese profitieren natürlich auch von der Renaissance der Schallplatte, sind aber bestimmt nicht ausschlaggebend daran beteiligt, dass Vinyl wieder in aller Munde ist und vom Nischenprodukt in den Mainstream zurückrudert. Warum dem so ist, versuche ich in den folgenden Zeilen komprimiert zu erklären.

Musik zum Anfassen

Eigentlich liegt es, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Hand: Musik streamen und die MP3-Dateien tausendfach zu horten ist einfach und praktisch, aber es fehlt die reale Musikerfahrung, das Erlebnis an der Sache.

Ein Mausklick ist nicht gleichzusetzen mit dem ritenähnlichen Auflegen einer Vinyl-Schallplatte. Hierbei wird das Stück Musik zum Anfassen zuerst aus der Plastik – und Papierhülle befreit, vorsichtig auf den Plattenteller gelegt (Bei DJs auch mal etwas schneller) und die Nadel langsam zur Rille geführt.Das Knacken der Einlaufspur leitet dann den Anfang der musikalischen Reise vor. Manche Vinyl-Enthusiasten gehen sogar soweit, indem Sie sagen, man baut durch den Kontakt mit der Platte eine Art Verbindung zur Musik auf…

Art Art Art

Die Cover der LP´s haben ca. 31 x 31 cm und sind meistens richtige Hingucker. Die Interpreten stecken nicht nur in ihre Musik viel Liebe, sondern auch in ihr Artwork. Nicht selten werden hierzu professionelle Zeichner, Maler oder Grafiker engagiert, um das visuelle Pendant zum Audio-Inhalt zu kreieren.Die Größe des Covers bietet es dabei auch an die Platten in das Raumdesign der eigenen vier Wände einzubeziehen. Nicht selten stellen Sammler Ihre Lieblingsplatten zur Schau und ersetzen somit das ein oder andere Wandgemälde.

Randnotiz: Aus ausgedienten oder defekten Platten lassen sich mit wenigen Handgriffen äußerst coole Deko-Artikel herstellen. Eine kleine Zusammenstellung von Ideen finden Sie hier.

Treffpunkt Plattenladen

Die eben erwähnten Cover der Platte tragen auch zum Revival der Plattenläden bei. Stundenlang können sich Fans daran ergötzen, die Cover mit einer gekonnten Fingerbewegung durchzugehen. Nebenbei wird mit dem Ladenbesitzer über die neuste Veröffentlichung der Band XY  philosophiert oder der neueste Geheimtipp der Underground-Metalszene weitergegeben.

Ein Record Store ist dabei viel mehr als nur ein Umschlagplatz, er ist vielmehr eine Begegnungsstätte für die wahren Profis der Szene, aber gleichzeitig auch für Neulinge, die nicht genug vom Duft der Schallplatte bekommen können. Eine wunderbare,  kurz gehaltene Doku über Record Stores finden Sie hier.

Sammeln lohnt

Mit 500 Schallplatten des Punk-Genres von 1977 bis heute angeben ist um einiges beeindruckender als bei Spotify oder am eigenen Desktop Dateien anzuklicken. Ebenso kann der Mensch zu den Platten eine viel stärkere emotionale, persönliche Bindung aufbauen und bestärkt damit wiederum den Suchtfaktor Vinyl.Zudem sind einige Platten eine regelrechte Wertanlage. Erstpressungen, limitierte Auflagen und andere Charakteristika lassen Schallplatten zu echten Schätzen werden. Einige Stücke der Beatles oder dem Wu-Tang Clan können dabei sogar die Millionen-Marke knacken und somit locker ein Einfamilienhaus oder die so lang gewünschte Segelyacht finanzieren.

Neuerungen?

In sämtlichen Berichten zum Vinyl-Comeback wird betont, dass immer noch auf die alte Technik gesetzt wird und keine neuen Produktionsmaschinen und – verfahren angewandt werden. Seit geraumer Zeit tut sich aber auch auf diesem Gebiet etwas.

In Österreich macht es sich ein Start-up Unternehmen zur Aufgabe, eine neue Technologie zum Herstellen von Vinyl zu entwickeln, die HD-Vinyl. Sie verspricht längere Laufzeit pro Platte, einen weiter abgedeckten Frequenzbereich und ist in der Herstellung besonders umweltschonend.Als Kirsche auf der Torte verspricht die Firma Rebeat Innovation GmbH um Gründer Günter Loibl, dass die neuen Platten auch mit den alten Plattendrehern abspielbar sind. Mehr zu dieser innovativen Idee finden Sie hier.

Von der Lobeshymne zum sachlichen Ausblick

Bisher ist dieser Teil der Reihe eher einer Liebeserklärung an Vinyl gleichzusetzen. Aber was wird mit der schwarzen Platte passieren? Hierzu mein persönliches Statement:

Die goldene Ära Vinyl ist vorbei. Es ist äußerst unrealistisch, dass die Verkaufszahlen noch einmal das Niveau der 70er oder 80er Jahre auch nur ansatzweise erreichen werden. Dazu hat die Platte heutzutage zu viel Konkurrenz und ist vor allem im mobilen Gebrauch einfach nicht praktikabel.Streaming ist weiter stark auf dem Vormarsch und wird den Bezug zur Musik für die nächsten Jahre prägen und formen. Ob die Compact-Disc diesem Trend zum Opfer fällt, steht auf einem anderen Blatt. Vinyl wird jedoch seine Sonderstellung, als Musik mit dem gewissen Extra, behalten und auch in der Zeit der digitalen Medien seinen Platz sichern.

Vielen Dank, dass Sie mich auf meiner Reise begleitet haben. Ich hoffe, es hat Ihnen mindestens genauso viel Spaß bereitet wie mir. Vinyl Lives!

PS: Hier noch die Links zum ersten und zweiten Teil.

 

Professionelle Audio-Produkte von der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg

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Autor: P&P Marketing-Assistenz

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