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DAW schau her!

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DAW schau her!Wie produziert man eigentlich heutzutage Musik? Ist es wirklich noch notwendig, ein eigenes Studio zu besitzen, oder ist es in der Zeit der fortschreitenden Digitalsierung möglich, anderweitig und ohne großen Aufwand von zu Hause aus, oder zum Beispiel im Zug zu  produzieren? Wie sieht die Qualität aus?  Diese Fragen werden in dem folgenden Artikel genauer erläutert und beantwortet.

Bitte was? Keine Panik, das erste Wort wird im Englischen ausgesprochen wie dooo, also:

„da, oder doo schau her“. Komplett ausgesprochen heißt DAW „Digital Audio Workstation“, und bedeutet: Ein Computer mit einer Software zum Aufnehmen, Bearbeiten und Abmischen von Audiosignalen. Die meisten können aber auch zusätzlich noch Filmbearbeitung.

Damals und heute

Heutzutage kann man sagen, dass praktisch alles, was mit Audio (also Musik, Film/Fernsehton, Hörspiele etc.) zu tun hat, digital ist. Es wird mit einem Rechner und einer DAW produziert wird.

Im Vergleich zur analogen Welt von früher benötigt man nur wenig Hardware, genauer gesagt nur einen Rechner, ein Audiointerface – auch Soundkarte genannt – und je nachdem, was man aufnehmen möchte, entsprechende Mikrofone etc.

Wenn man sich überlegt, wie teuer ein analoges Studio früher gewesen ist, dann ist ein digitales System verhältnismäßig günstig. Allein dieser Faktor wird von vielen als ein Beitrag zur „Demokratisierung“ im Musikbusiness betrachtet.

Was heißt Demokratisierung?

Das bedeutet, dass man im prädigitalen Zeitalter in teure Studios gehen musste, um eine Platte mit „amtlichem“, professionellem Sound zu produzieren. Die meisten angehenden Musiker konnten sich das nicht leisten und hofften auf einen Plattenvertrag mit einer großen Plattenfirma, die dann die Kosten übernahm.

Heutzutage produzieren viele Künstler ihre Alben zu Hause, oder im Übungsraum. Kurz gesagt: „Homerecording“. Durch den Einsatz von DAWs, guten Mikrofonen und Instrumenten sind diese professionellen Produktionen ebenbürtig.

Selbst die sogenannten „Popstars“ finden es angenehm, in der Umgebung aufzunehmen, die ihnen am liebsten ist, da die digitale Technik handlich und transportfreundlich ist.

Nur zum Vergleich: Für eine Bandmaschine mit 24-Spuren bräuchte man vier Mann zum Heben. Man schneidet heutzutage ohne Probleme im Proberaum, im Wohnzimmer, beim Konzert, im Club, oder auch in einer Kirche und kann diese Aufnahmen in den eigenen vier Wänden im kleinen „eigenen“ Studio fertig produzieren, ohne zeitlich auf die Uhr zu sehen und nachrechnen zu müssen, wie viel man schon ausgegeben hat.

Fassen wir also mal kurz zusammen

 Durch die günstigere und leistungsfähige Digitaltechnik ist es einem Musiker/ Künstler möglich, konkurrenzfähige Alben oder Titel zu erstellen und diese über heutige Plattformen selbst zu veröffentlichen, da der Verkauf von physikalischen Tonträgern ohnehin immer weniger präsent ist.

Selbstverständlich unter der Voraussetzung, man weiß, wie man mit der Technik umzugehen hat, da dieses Handwerk der Rechner natürlich nicht abnimmt, obwohl manche dies glauben.

Durch diese Demokratisierung sei unsere Musikwelt farbiger, vielseitiger und unabhängiger geworden, so denken viele. Was zum Hit wird, also zu einem vielgespielten Titel im Radio, TV, sowie im Internet wird und Umsatz generiert, liegt nicht an der Art der Produktion.

Zu guter Letzt muss man auch sagen, dass mehr Material produziert und veröffentlicht wird und somit eine Auswahl guter Produktionen und Musik schwerer fällt.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Nun, wie so oft gibt es immer zwei Seiten: Die eine ist die angesprochene Demokratisierung mit all den Möglichkeiten für den Künstler, die andere ist die fehlende Filterung des Materials. Eine Flut von Veröffentlichungen!

Leider auch vieles, was eigentlich nicht gut ist. Ähnliche Schwierigkeiten haben wir ja auch zum Beispiel im Internet, da in unendlichen Plattformen und Foren gepostet und kommentiert wird, was das Zeug hält. Um an verwertbare Informationen zu kommen, muss man sehr lange stöbern und vor allem filtern.

Die Zukunft wird zeigen, wie wir mit den Möglichkeiten unseres digitalen Zeitalters umgehen werden, denn dann heißt es vielleicht das ein und andere Mal im positiven Sinn: „Da schau her“, und Ohren auf. In diesem Sinne und bis bald!

Professionelle Audio-Produkte von der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg

Autor: Bernhard Kreuzer

Bernhard "Al" Kreuzer ist seit 1991 bei der P&P Studios Audio-Agentur als Tonmeister tätig und gehört somit zu den "Altmeistern". Seit über 30 Jahren führt er Musikaufnahmen und Bearbeitungen durch - von der analogen Mehrspurtechnik bis zur heutigen Digitaltechnik. Neben seiner Tätigkeit als Live- und Studiomusiker als Gitarrist und Sänger, ist er auch als Kabarettist und Darsteller mit den Bavarian Giants unterwegs. Durch seine lange Erfahrung besitzt er unvergleichliche Kompetenz im Bereich Funkspotproduktion und bei Musikaufnahmen im Studio sowie mobil.

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