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Zwischen Kunst und Ökonomie: Was macht einen Hit aus?

Zwischen Kunst und Oekonomie: Was macht einen Hit aus?Was muss man tun um einen Hit zu landen? Was ist das Erfolgsrezept der Wenigen, die es schaffen? Jährlich erscheinen in den meisten Ländern mehr als 10.000 Songs, doch an der Spitze der Charts kann jede Woche nur einer stehen. Jährlich sind das also maximal 52 unterschiedliche Songs. Im Durchschnitt schafft es somit weniger als ein halbes Prozent aller jährlichen Songkreationen nach ganz oben (um es in mathematischen Zahlen auszudrücken). Puh, ganz schön wenig. Doch was unterscheidet dieses halbe Prozent der Lieder nun von anderen?

Der Künstler als Erfolgsfaktor

Ein gewisses Maß an Extrovertiertheit, eine relativ gute Stimme, Selbstbewusstsein, Glück und vor allem etwas, das dich einzigartig macht, das sind die Dinge, die man mitbringen muss, um in den USA zum Star zu werden. Bekannt zu sein ist von existenzieller Wichtigkeit, denn als unbekannter Künstler verdient man selten genug.

Die Persönlichkeit, die Ausstrahlung und das Aussehen des Interpreten haben häufig einen Einfluss auf unsere Songwahrnehmung. Deshalb sind erfolgreiche Sänger und Sängerinnen oft sehr um ihr eigenes Aussehen bedacht. Viele bekannte Sänger haben also entweder eine einzigartige Art oder sehen einfach attraktiv aus.

Es geht aber auch einfacher

Wenn man dann einmal oben ist, ist es nicht schwer, neue Hits zu landen. Die bereits vorhandene Reichweite des Interpreten ist fast immer maßgeblich für den kommerziellen Erfolg des Songs. Deshalb versuchen sich oft Promis aus musikfremden Bereichen an der Songproduktion.

Ob der Promi überhaupt musikalisches Talent besitzt ist dabei egal, das lässt sich schon mit moderner Technik hinbiegen. Selbst Heidi Klum hat sich in der Musikkunst versucht und nicht gerade ein akustisches Meisterwerk produziert (siehe hier).

Erfolgsrezept: YouTuber sein

Durch das Größenwachstum der Plattform YouTube wurden viele YouTuber in einen Promistatus erhoben. Tatsächlich übersteigt der Bekanntheitsgrad vieler YouTuber heutzutage den der wirklichen Promis.

In den USA, dem Trendsetter von YouTube Content, rollte vor einigen Jahren eine Welle von Musikvideo-Uploads von YouTubern, die absolut nichts mit Musik zu tun haben, übers Land. Dabei entstanden schon ein paar Fremdscham erregende Kreationen (z.B. It’s Every Day Bro).

Der Trend schwappte über auf die deutsche YouTube Szene und mittlerweile veröffentlichte bereits so gut wie jeder, halbwegs bekannte YouTuber ein Musikvideo. Natürlich hat aber fast keiner von diesen „Content Creator“, wie sie sich selbst nennen, musikalische Vorerfahrung und das merkt man auch. (z.B. How it is)

Was unterscheidet die erfolgreichen Songs akustisch von anderen?

Zurück zur Hitanalyse: Oft sind die Akkordfolgen bei Super-Hits äußerst simpel gehalten, meistens sind es nur 3-4 Akkordfolgen, in denen nur wenig Neues auftaucht. Beim bloßen Hören dieser Akkordfolgen auf einer Gitarre, sind im menschlichen Gehirn die Areale angesprochen, die in Verbindung mit dem Belohnungssystem stehen. (z.B. Lena hat das sehr gut umsetzen können in Satellite).

Man sollte sich also stets darüber im Klaren sein, dass melodische Neuschöpfungen oftmals nicht notwendig sind: Besser ist es, Akkorde zu benutzen, die bereits tausendfach verwendet wurden und diese in neuem Gewand zu präsentieren.

Fazit

Zusammenfassend ist also zu sagen: Wenn man das reine musikalische Talent des Sängers eines Top Hits betrachtet, wird klar, dass heutzutage ganz andere Dinge im Vordergrund stehen. Der Künstler muss natürlich singen können – aber was viel wichtiger ist: Die Performance der Person muss stimmen und ein einfacher und einprägsamer Pop-Akkord hat die Tonlage des Songs zu bestimmen.

Deshalb schreiben die heutigen Top-Sänger ihre Texte nicht selbst, sie sind lediglich für die Songperformance zuständig. Was auf kunsttechnischer Seite kritisch angesehen werden kann: Der Künstler hat sich oftmals weder die Zeilen selbst ausgedacht, noch irgendeinen Einfluss auf die Melodie gehabt und ist damit eher zu einem Performancedarsteller als zu einem wirklichen Kreateur geworden.

 

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Autor: Marketing-Assistenz

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