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Weltweit: Geräusch ist nicht gleich Geräusch

Weltweit: Geräusch ist nicht gleich Geräusch - LautmalereiVon klein auf lernen wir unsere Umwelt durch verschiedene Formen, Farben und vor allem auch Geräusche kennen. Diese sind fest mit Tätigkeiten, Gegenständen oder Tieren verbunden: Die Kuh macht „Muh“, die Katze „Miau“ und Schuhe mit Absatz machen „Klack-klack-klack“. Soweit so gut, aber wie sieht es in anderen Ländern aus? Wir haben für Sie mal die kuriosesten Sprachunterschiede zusammengetragen, was Lautmalerei angeht.

Lautmalerei, was ist das genau?

„Onomatopoesie“ (was für ein schönes Wort!) ist die Nachahmung von Ton- bzw. Schallerzeugnissen mithilfe unserer Sprache. Wir kennen diesen Begriff noch unter vielen weiteren anderen Bezeichnungen wie eben Lautmalerei oder auch Tonmalerei, Lautnachahmung, Klangnachbildung etc.

Hierbei kann man unterscheiden zwischen Wörtern, die durch Lautmalerei geformt wurden – also hört sich hier das Wort oder Verb selbst an, wie der Ton oder die Geräusche, die es beschreiben (beispielsweise rauschen, klirren, scheppern, brüllen, knallen, rumpeln).

Die zweite Kategorie bilden die sogenannten Interjektionen (lat. „Einwurf“). Hierbei handelt es sich um Ausrufe oder zu Wörtern gewandelte Empfindungen, Aufforderungen oder die generelle Haltung des Sprechers.

Wörter wie „Bäh“, „Pfui“oder „Igitt“ drücken Ekel und Abneigung aus, Grußwörter wie „Hey“, „Hallo“, „Tschüss“ benutzen wir um jemanden zu begrüßen oder zu verabschieden, verschiedene andere Laute wie „Sch-sch“ oder „Putt-putt“ dienen zum Anlocken oder Verscheuchen von Tieren.

Onomatopoetika beschrieben die Nachahmung von bestimmten Lauten in Schrift und Sprache: Pferdehufe machen „Klack-klack“, wer niest macht „Hatschi“, der Fisch macht „Blub-blub“ und der Schlitten fährt mit einem „Hui“ den verschneiten Hang hinunter.

Selbstverständlich oder erlernt?

Solche Lautmalereien sind in unserer Sprache universell bekannt und gehören von klein auf zum Sprachgebrauch. Wir können ebenso auf Kommando eine Katze nachahmen wie das Motorengeräusch eines herannahenden Autos.

Wenn man sich mal aus dem Stegreif überlegt, wie viele verschiedene Verben einem einfallen, wenn man Synonyme für das Verb „sprechen“ sucht, wird deutlich, wie viele davon lautmalerisch sind: Brummeln, trällern, krächzen, jauchzen, schreien, flüstern, jubilieren, murmeln …

Sicher können Sie die Liste hier noch fortsetzen. Die einzelnen Worte und ihre Bedeutung sind wie alles Weitere in unserem Sprachgebrauch erlernt und nicht selbstverständlich. Hierbei werden sich vielleicht die Geister daran scheiden, ob eine Tür mit einem lauten „Knall“ ins Schloss fällt oder mit einem lauten „Rums!“ – aber eine Katze macht immer „Miau“ und der Esel „Ih-ah!“.

Andere Länder, andere Lautmalerei

Wer einer Fremdsprache mächtig ist, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass Worte, die Lautmalereien beschreiben, hier zu den unseren unterschiedlich sind.

Das heißt auf gut Deutsch: Der Hahn macht bei uns „Kikeriki“, in Frankreich „Cocorico“ und in englischsprachigen Ländern macht er „Cock-a-doodle-doo“.

Eigentlich seltsam, denn der reale Tierlaut ist ja immer derselbe – sprachliche Eigenheiten in der jeweiligen Sprache machen den sprachlichen und schriftlichen Laut zu etwas ganz Landestypischem.

ARTE Karambolage – „Das Geräusch“

Der deutsch-französische Sprach- und Kultursender ARTE widmet in seiner Sendung „Karambolage“ einen Beitrag immer einem bestimmten Geräusch, das in Deutsch und Französisch lautmalerisch anders und eben landestypisch umgesetzt ist.

So macht eine in Frankreich zuschlagende Tür „Vlan“ – die Deutschen hören hier ein lautes „Rums“. Ein anfahrendes Auto (also ein Motorengeräusch) ist in Frankreich ein „Vroum-vroum“ – in Deutschland macht das Auto dagegen „Brumm-brumm“. Hier ist die Ähnlichkeit der Lautmalerei schon wesentlich deutlicher.

Beim Anlocken einer Katze macht der Deutsche „Miez-miez-miez“ – der Franzose lockt ein Kätzchen mit den Worten „Minou-minou-minou“. Wenn Sie sich die verlinkten Video-Beiträge ansehen werde Sie feststellen, dass das Anlocken allerdings in beiden Ländern mit einer höheren Stimmlage und einer ähnlichen Geste mit den Händen verbunden ist. Also doch gar nicht so unterschiedlich, oder?

Tierlaute auf Englisch

Kinder lernen auch in anderen Ländern ihre Umgebung und die damit verknüpften Geräusche über die Sprache kennen. Auch weit verbreitet: Um es am Anfang für die Kleinen einfacher zu machen, wird das jeweilige Tier auf seinen charakteristischen Laut reduziert: Eine Kuh ist dann eine „Muh“ eine Katze eine „Miau“ und der Hund ist dann der „Wauwau“.

Wesentlich effektiver: Die Tierbezeichnung in Verbindung mit ihren jeweiligen Lauten erlernen – wie in diesem englischen Kinderlied:

Wer sich die Tierlaute in verschiedenen Sprachen anhören möchte, wird im Internet mehr als fündig. Vor allem für zweisprachig aufwachsende Kinder stelle ich mir dieses Lautmalerei-Phänomen sehr schwierig vor: Wieso macht ein Tier in der einen Sprache ein anderes Geräusch, als in der anderen?

Geräusch bleibt trotzdem Geräusch

Je nach Sprache sind auch die durch Lautmalerei entstandenen Worte etwas anders. Aber eines haben sie bei genauem Hinhören trotzdem gemeinsam: Das Ohr erkennt anhand des Wortes das damit verknüpfte Geräusch meistens sehr gut.

Auch wenn man die jeweilige Sprache nicht spricht, kann man von den lautmalerischen Wörtern also auf deren eigentliche Bedeutung schließen.

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Autor: Lisa Sendelbeck

Seit Oktober 2016 unterstütze ich das Team der P&P Studios Audio-Agentur in Regensburg als Produzentin im Bereich Radiowerbung, Sounddesign und Audiomarketing. Auf dem Blog der P&P Studios berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen in der Audio-Welt und präsentiere neue Entdeckungen.

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